Was die Werte bedeuten und warum er so wichtig ist
Wer eine neue Brille kauft, erhält häufig einen sogenannten Brillenpass – oft im praktischen Scheckkartenformat. Viele stecken ihn einfach weg, ohne genau zu wissen, welche Informationen darauf eigentlich gespeichert sind.
Dabei enthält der Brillenpass wichtige Daten rund um Ihre Sehstärke und kann im Alltag eine große Hilfe sein. Doch was genau bedeuten die einzelnen Werte – und wofür wird der Brillenpass überhaupt benötigt?
Was ist ein Brillenpass und wofür braucht man ihn?
Der Brillenpass dokumentiert alle relevanten Sehwerte, die bei der Anpassung Ihrer Brille gemessen wurden. Dazu gehören unter anderem die Ergebnisse des Sehtests sowie wichtige Zentrierdaten.
Der große Vorteil: Sollte Ihre Brille verloren gehen, beschädigt werden oder ersetzt werden müssen, kann anhand dieser Werte schnell und unkompliziert eine neue Brille angefertigt werden.
Gleichzeitig gibt der Brillenpass Ihrem Optiker eine wichtige Orientierung – vor allem, wenn der letzte Sehtest bereits etwas zurückliegt.
Welche Informationen stehen auf dem Brillenpass?
Neben Ihren persönlichen Sehwerten enthält der Brillenpass auch ein Ausstellungsdatum. Dieses ist besonders wichtig, da es zeigt, wie aktuell Ihre Werte sind.
Denn: Die Sehstärke kann sich im Laufe der Zeit verändern – oft unbemerkt. Ein älterer Brillenpass kann daher ein Hinweis darauf sein, dass ein neuer Sehtest sinnvoll ist.
Die wichtigsten Werte einfach erklärt
Auf dem Brillenpass finden sich verschiedene Abkürzungen, die auf den ersten Blick kompliziert wirken. Tatsächlich lassen sie sich aber gut verstehen, wenn man weiß, wofür sie stehen.
R und L – rechtes und linkes Auge
Die Angaben werden immer getrennt für beide Augen gemacht. „R“ steht für rechts, „L“ für links.
SPH – Sphäre
Dieser Wert beschreibt die grundlegende Fehlsichtigkeit in Dioptrien.
Ein Minuswert steht für Kurzsichtigkeit, ein Pluswert für Weitsichtigkeit. Je höher der Wert, desto stärker ist die Sehschwäche.
ZYL – Zylinder
Der Zylinderwert wird nur angegeben, wenn eine Hornhautverkrümmung vorliegt. Er beschreibt, wie stark diese ausgeprägt ist.
A – Achse
Die Achse gehört ebenfalls zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung. Sie gibt an, in welcher Richtung die Korrektur erfolgen muss – angegeben in Grad von 0 bis 180.
ADD – Addition
Die Addition ist vor allem bei Gleitsicht- oder Lesebrillen relevant. Sie beschreibt den zusätzlichen Wert für den Nahbereich, also beispielsweise zum Lesen.
PR – Prisma
Ein Prismeneintrag erfolgt nur bei speziellen Sehproblemen wie einer Winkelfehlsichtigkeit. Dabei wird das einfallende Licht so gelenkt, dass beide Augen optimal zusammenarbeiten können.
Warum regelmäßige Sehtests wichtig sind
Auch wenn der Brillenpass eine wertvolle Grundlage bietet, ersetzt er keinen aktuellen Sehtest.
Unsere Augen verändern sich im Laufe der Zeit – oft schleichend. Deshalb empfiehlt es sich, die Sehstärke regelmäßig überprüfen zu lassen.
Als Orientierung gilt:
ab 18 Jahren etwa alle zwei Jahre
ab 40 Jahren idealerweise einmal pro Jahr
So stellen Sie sicher, dass Ihre Brille immer optimal auf Ihre aktuellen Sehbedürfnisse abgestimmt ist.
Brillenpass und Kontaktlinsen – gibt es Unterschiede?
Die Werte aus dem Brillenpass lassen sich nicht eins zu eins auf Kontaktlinsen übertragen.
Der Grund: Kontaktlinsen sitzen direkt auf dem Auge, während Brillengläser einen gewissen Abstand haben. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Berechnungen.
Für Kontaktlinsen wird daher ein eigener Pass erstellt, der speziell auf diese Anforderungen abgestimmt ist.
Wie werden die Werte bestimmt?
Die Grundlage für den Brillenpass ist ein professioneller Sehtest.
Dabei kommen moderne Messmethoden zum Einsatz, die sowohl objektive als auch subjektive Ergebnisse liefern. Zunächst werden die Augen technisch vermessen, anschließend wird die Sehstärke im Zusammenspiel mit Ihrem persönlichen Empfinden fein abgestimmt.
So entsteht ein individuelles Sehprofil, das genau auf Ihren Alltag zugeschnitten ist.
Fazit: Kleine Karte, große Bedeutung
Der Brillenpass ist weit mehr als nur eine beiliegende Karte. Er enthält alle wichtigen Informationen über Ihre Sehstärke und hilft dabei, schnell und zuverlässig für Ersatz zu sorgen.
Gleichzeitig gibt er Orientierung, wann ein neuer Sehtest sinnvoll sein könnte.
Wer seine Sehwerte kennt und regelmäßig überprüfen lässt, sorgt dafür, dass gutes Sehen dauerhaft erhalten bleibt – und genau darum geht es am Ende.