Eine Brille richtig zu reinigen klingt nach einer Kleinigkeit – und genau deshalb machen viele es täglich falsch. Schnell mal über den Pulloverzipfel gewischt, und nach ein paar Wochen wundert man sich über feine Kratzer und einen milchigen Schleier auf den Gläsern. Dabei brauchen Sie weder teure Mittelchen noch viel Zeit: Mit der richtigen Methode bleiben Ihre Gläser klar, streifenfrei und lange wie neu. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es ankommt – und welche Hausmittel Sie besser im Schrank lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Reinigen Sie Ihre Brille mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel – das ist schonender als jedes Trockentuch.
- Niemals trocken abwischen: Staubkörner wirken wie Schmirgelpapier und verursachen Kratzer.
- Zum Trocknen ein sauberes Mikrofasertuch verwenden – kein Taschentuch, Küchenrolle oder Kleidungsstück.
- Hände weg von Glasreiniger, Alkohol und Hausmitteln wie Zahnpasta – sie greifen Beschichtung und Fassung an.
- Einmal pro Jahr lohnt sich die professionelle Reinigung im Ultraschallbad beim Optiker – bei uns meist kostenlos.
Inhalt
- → Warum die richtige Reinigung so wichtig ist
- → Schritt für Schritt: So reinigen Sie Ihre Brille
- → Womit reinigen – und womit auf keinen Fall?
- → Hartnäckige Fälle: Fett, Make-up & Sonnencreme
- → Pflege, die Kratzer von vornherein verhindert
- → Wann Sie die Brille beim Optiker reinigen lassen sollten
- → Häufige Fragen
Warum die richtige Reinigung so wichtig ist
Moderne Brillengläser sind kleine Hightech-Produkte. Auf dem Kunststoff liegen hauchdünne Schichten, die entspiegeln, das Glas härten und Schmutz abweisen. Diese Veredelungen sind nur wenige Tausendstel Millimeter dick – und empfindlich. Wischen Sie ein trockenes, staubiges Glas ab, ziehen die feinen Staub- und Sandkörner winzige Rillen durch genau diese Schicht. Einzeln sieht man sie nicht, in Summe ergeben sie aber den typischen matten Schleier, der sich nicht mehr wegputzen lässt.
Dazu kommt: Hautfett, Schweiß, Hautschüppchen und Make-up sind ein idealer Nährboden für Keime. Brillen gehören zu den am stärksten besiedelten Alltagsgegenständen – vergleichbar mit dem Smartphone. Wer seine Brille regelmäßig und richtig reinigt, sieht also nicht nur klarer, sondern tut auch seinen Augen und der Haut rund um Nase und Ohren etwas Gutes.
Schritt für Schritt: So reinigen Sie Ihre Brille
Die schonendste und gleichzeitig gründlichste Methode ist zugleich die einfachste – Sie haben alles dafür bereits zu Hause. So gehen Sie vor:
- Hände waschen. Fettige Finger verteilen den Schmutz nur neu auf den Gläsern.
- Brille unter lauwarmem Wasser abspülen. Das schwemmt Staub und Sandkörner weg, bevor sie kratzen können. Wasser nicht zu heiß – Hitze kann Beschichtung und Fassung schädigen.
- Einen Tropfen mildes Spülmittel auf die nassen Gläser geben und mit den Fingerkuppen sanft auf Vorder- und Rückseite verteilen. Auch Nasenpads und Bügelenden mitnehmen – dort sammelt sich der meiste Schmutz.
- Gründlich klar abspülen, bis keine Seifenreste mehr zu sehen sind.
- Mit einem sauberen Mikrofasertuch trocken tupfen. Nicht reiben – tupfen reicht und schont die Oberfläche.
Für unterwegs, wenn kein Wasser in der Nähe ist, sind feuchte Brillenputztücher die beste Notlösung. Sie befeuchten das Glas, sodass Sie nicht trocken über Staub reiben. Als Dauerlösung für zu Hause ersetzen sie die Reinigung mit Wasser aber nicht.
Womit reinigen – und womit auf keinen Fall?
Rund um die Brillenreinigung halten sich hartnäckige Hausmittel-Mythen. Viele davon richten mehr Schaden an, als sie nutzen. Diese Übersicht zeigt, was Ihren Gläsern guttut – und was Sie ihnen besser ersparen:
| ✓ Das ist ideal | ✗ Finger weg |
|---|---|
| Lauwarmes Wasser + Tropfen Spülmittel | Glasreiniger & Fensterspray (Ammoniak/Alkohol) |
| Sauberes Mikrofasertuch | Taschentuch, Küchenrolle, Kleidungszipfel |
| Spezielles Brillenreinigungsspray vom Optiker | Zahnpasta, Essig, Seifenstücke |
| Feuchte Brillenputztücher (unterwegs) | Hochprozentiger Alkohol / Desinfektionsmittel |
| Ultraschallbad beim Optiker | Heißes Wasser, Geschirrspüler, Föhn |
Der Grund ist immer derselbe: Alkohol, Ammoniak und scheuernde Mittel lösen die Entspiegelung an, raue Tücher zerkratzen sie. Was bei einer Fensterscheibe funktioniert, ist für die empfindliche Beschichtung Ihrer Gläser pures Gift.
Hartnäckige Fälle: Fett, Make-up & Sonnencreme
Manche Verschmutzungen sind zäher als der tägliche Fingerabdruck. Sonnencreme zum Beispiel enthält Fette und UV-Filter, die sich regelrecht auf dem Glas festsetzen und schmierige Schlieren hinterlassen. Auch Haarspray, Make-up und Hautcreme legen sich als hartnäckiger Film auf Gläser und Fassung. Hier hilft kein stärkeres Reiben – sondern Geduld: Spülen Sie die Brille zuerst gründlich unter Wasser ab, geben Sie dann etwas mehr Spülmittel als sonst auf und lassen Sie es kurz einwirken, bevor Sie sanft mit den Fingerkuppen nacharbeiten und klar abspülen.
💡 Unser Tipp: Tragen Sie Sonnencreme im Gesicht auf, setzen Sie die Brille erst auf, wenn die Creme eingezogen ist. Das erspart Ihnen verschmierte Gläser den ganzen Tag – und schont die Beschichtung, weil Sie seltener nachputzen müssen.
Pflege, die Kratzer von vornherein verhindert
Die beste Reinigung ist die, die Sie sich sparen, weil die Brille gar nicht erst zerkratzt. Drei einfache Gewohnheiten machen den größten Unterschied:
- Immer mit beiden Händen absetzen. Wer die Brille einhändig abzieht, verzieht die Fassung mit der Zeit – sie sitzt schief und drückt.
- Nie mit den Gläsern nach unten ablegen. Auf der Glasseite abgelegt, sind Kratzer programmiert. Lieber ins Etui oder mit den Bügeln nach unten und Gläsern nach oben.
- Ein festes Etui nutzen. In der Tasche oder am Arbeitsplatz schützt ein Hardcase die Brille vor Schlüsseln, Stiften und Staub.

Und das Mikrofasertuch selbst will gepflegt sein: Waschen Sie es ab und zu bei 30–40 °C – aber ohne Weichspüler, denn der legt einen Film aufs Tuch, der dann auf den Gläsern schmiert. Ein gesättigtes, fettiges Tuch verteilt Schmutz nur, statt ihn aufzunehmen.
Wann Sie die Brille beim Optiker reinigen lassen sollten
Mit der Zeit sammelt sich Schmutz auch dort, wo Sie mit den Fingern nicht hinkommen: in den feinen Spalten zwischen Glas und Fassung, in den Scharnieren und unter den Nasenpads. Genau dafür haben wir das Ultraschallbad. Es löst mit feinsten Schwingungen selbst festsitzende Ablagerungen, ganz ohne Reiben – schonend für Glas und Fassung. Bei uns in Marktredwitz ist diese Reinigung für unsere Kundinnen und Kunden ein selbstverständlicher Service und in der Regel kostenlos.

Schauen Sie ohnehin vorbei, wenn die Brille locker sitzt, drückt oder verrutscht: Oft sind es nur die Pads oder der Bügelwinkel, die nachjustiert werden müssen. Eine gut sitzende Brille rutscht weniger, wird seltener angefasst – und bleibt damit ganz automatisch länger sauber und kratzerfrei.
Fazit
Eine Brille richtig zu reinigen ist keine Wissenschaft: lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, ein sauberes Mikrofasertuch – und die Finger weg von trockenem Wischen und Hausmitteln. Wer das beherzigt, sieht klarer und verlängert die Lebensdauer seiner Gläser deutlich. Den Rest – das gründliche Ultraschallbad und den perfekten Sitz – übernehmen wir gern für Sie.
Häufige Fragen zur Brillenreinigung
Wie oft sollte ich meine Brille reinigen?
Am besten einmal täglich, idealerweise morgens. So starten Sie mit klarer Sicht und entfernen das über Nacht aufgebaute Hautfett, bevor es antrocknet.
Darf ich meine Brille mit Spülmittel reinigen?
Ja. Ein Tropfen mildes Spülmittel mit lauwarmem Wasser ist sogar die empfohlene Methode. Wichtig ist nur, dass das Spülmittel keine Zusätze wie Handcreme-Anteile oder Scheuerpartikel enthält.
Warum schliert meine Brille nach dem Putzen?
Meist liegt es an einem fettigen Mikrofasertuch oder an Reinigungsmittelresten. Spülen Sie die Gläser gründlich klar ab und waschen Sie das Tuch ohne Weichspüler – dann verschwinden die Schlieren.
Kann ich Kratzer aus den Gläsern entfernen?
Nein. Einmal in der Beschichtung sitzende Kratzer lassen sich nicht wegpolieren – Hausmittel-Tipps dazu schaden eher. Bei stark zerkratzten Gläsern lohnt sich der Austausch der Gläser; die Fassung können Sie meist behalten. Kommen Sie dafür gern bei uns vorbei.
Schadet das Anhauchen der Gläser?
Anhauchen und trocken reiben ist eine der häufigsten Kratzer-Ursachen, weil dabei Staub über das Glas gezogen wird. Besser kurz mit Wasser oder einem Brillenputztuch befeuchten.
Brille schlieren- und kratzerfrei – wir kümmern uns darum
Kostenlose Ultraschallreinigung, perfekter Sitz und persönliche Beratung – direkt im Kösseine-Einkaufs-Center in Marktredwitz.